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Wissenschaftliche Begleitung der offenen Ganztagsschule im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen
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Projekttitel
Wissenschaftlicher Kooperationsverbund zur Begleitung der offenen Ganztagsschule (OGS) im Primarbereich in NRW
Laufzeit
September 2003 bis Dezember 2009 (beendet)
Die offene Ganztagsschule im Primarbereich (OGS) in Nordrhein-Westfalen ist eine Angebotsschule, die ein ganztägiges Bildungs-, Erziehungs- und Betreuungsprogramm für Grundschulkinder durchführt.
Die Landesregierung verbindet mit der OGS eine dreifache Zielsetzung:
- Eltern von grundschulpflichtigen Kindern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern,
- einen Beitrag zur Verbesserung von Bildungsqualität und Chancengleichheit zu leisten sowie
- ein integriertes Ganztagsangebot unter dem Dach der Grundschule einzurichten.
Die offene Ganztagsgrundschule startete im Schuljahr 2003/04 mit 235 Schulen, die für etwa 11.500 Grundschüler(innen) einen Ganztagsplatz zur Verfügung stellten. Im vierten Jahr der Umsetzung des Programms, d.h. im Schuljahr 2006/2007, haben sich die Zahl der offenen Ganztagsschulen im Primarbereich auf 2.200 und das Angebot an Plätzen auf 115.700 praktisch verzehnfacht. Etwas über 15% aller Kinder im Grundschulalter waren somit in der OGS angemeldet. Für das Schuljahr 2007/08 werden 164.400 Plätze für rund 21% der Grundschüler(innen) in 2.920 offenen Ganztagsschulen erwartet. Offene Ganztagsschulen werden dann einen Anteil von etwa 78 % an allen Grundschulen erreichen. Diese Größenordnungen verdeutlichen, dass die Nachfrage nach Ganztagsplätzen für Schulkinder im bevölkerungsreichsten Bundesland bei den Eltern enorm war und ist.
Der dynamische Expansionsprozess hat beim Land, in den Kommunen und Schulen sowie bei den vielfältigen außerschulischen Partnern zahlreiche Initiativen zur Gestaltung der OGS in Gang gesetzt. Um die hiermit korrespondierenden Entwicklungen frühzeitig in den Blick nehmen zu können, hat das Land mit der Einführung der offenen Ganztagsschule zugleich einen wissenschaftlichen Kooperationsverbund mit der Begleitforschung beauftragt.
Kooperationsverbund zur wissenschaftlichen Begleitung
Im Rahmen eines Kooperationsverbundes führt das Sozialpädagogische Institut (SPI), zentrale wissenschaftliche Einrichtung der Fachhochschule Köln, mit drei weiteren Instituten die wissenschaftliche Begleitung durch.
Dies waren für die Pilot- und Hauptstudie der Forschungsverbund Deutsches Jugendinstitut e.V. / Technische Universität Dortmund, das Landesinstitut für Schule / Qualitätsagentur in Soest und das Institut für soziale Arbeit e.V. in Münster. Seit Anfang 2007 tritt die Universität Wuppertal als Kooperationspartner an die Stelle des Landesinstituts für Schule.
Wissenschaftliche Begleitung in drei Phasen
Die Forschung zum offenen Ganztag im Primarbereich in NRW besteht aus drei Phasen:
Länderspezifische Begleitforschung in NRW
Die wissenschaftliche Begleitung der OGS in NRW gehört bundesweit zu den anspruchsvollsten länderspezifischen Forschungen in Bezug auf die Entwicklung von Ganztagsschulkonzepten.
Auftraggeber der wissenschaftlichen Begleitung der offenen Ganztagsschule im Primarbereich in NRW sind das Ministerium für Schule und Weiterbildung (MSW) des Landes Nordrhein-Westfalen (http://www.ganztag-nrw.de) sowie das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration (MGFFI) des Landes Nordrhein-Westfalen.
Forschernetzwerk „Ganztagsschule”
Der wissenschaftliche Kooperationsverbund ist Mitglied des bundesweit ausgerichteten Forschernetzwerks Ganztagsforschung, einem Forschungsverbund aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die zum Themenbereich „Ganztagsschule” forschen. Dieses Forschernetzwerk hat das Ziel, das Feld der Ganztagsforschung in Kooperation zu bearbeiten und zu koordinieren und ist im Kontext der „Länderübergreifenden Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen” (Projekt StEG) (http://www.projekt-steg.de) angesiedelt.
Ansprechpartnerinnen im Schwerpunkt „Fallstudien an Schulen”
Gabriele Nordt
Telefon: 0221-1605234
Email: gabriele.nordt@fh-koeln.de
Claudia Hermens
Telefon: 0221-1605239
Email: claudia.hermens@fh-koeln.de
Nicole Bedranowsky
 
Im Einzelnen :
P I L O T P H A S E
(September 2003 bis März 2005)
Die Pilotphase wurde im Schuljahr 2003/04 mit dem Ziel durchgeführt, ein differenziertes Bild der unterschiedlichen strukturellen und organisatorischen Praxis- und Kooperationsformen in den einzelnen Ganztagsschulen im Primarbereich zu erhalten. Dabei bildeten die Ressourcen, Entwicklungsaufgaben, Hindernisse und Schwierigkeiten auf dem Weg zur offenen Ganztagsgrundschule unter Berücksichtigung der besonderen Herausforderungen der Kooperation das Kerninteresse.
Untersuchungsbausteine
Die methodische Vorgehensweise integrierte sowohl quantitative als auch qualitative Untersuchungsbausteine und bezog sich auf 24 - nach theoretischen Vorgaben ausgewählte - Schulen:
Die Profil- und Strukturanalyse erfolgte durch eine Befragung der Schulleitungen. Diese quantitative Erhebung sollte grundlegende Informationen über die verschiedenen Formen der OGS erbringen, die sich in der Praxis aufgrund des Landeserlasses entwickelt haben.
Darüber hinaus wurden leitfadengestützte Gruppeninterviews auf der Leitungs- und Ausführungsebene durchgeführt, um Leitungskräfte aber auch Fachkräfte aus den einzelnen Handlungsfeldern und mit unterschiedlichen Funktionen einzubeziehen. Im Fokus standen sowohl die fördernden als auch die hemmenden Faktoren bezogen auf Zielsetzung, Konzeptentwicklung und Angebotsgestaltung des offenen Ganztags.
Die Eltern als zentrale Nutzergruppe wurden ebenfalls in den Blick genommen und zu ihren Einstellungen und Bewertungen der verschiedenen Angebotskomponenten der OGS und ihren Motivationslagen schriftlich befragt.
Die Pilotphase der wissenschaftlichen Begleitung wurde im Frühjahr 2005 abgeschlossen. Im Rahmen des Kongresses "Ein Jahr offene Ganztagsgrundschule in NRW" wurden die Ergebnisse dieser Vorstudie im Februar 2005 in Hamm vor mehr als 1000 Teilnehmern der Öffentlichkeit präsentiert.
Eine Zusammenfassung dieser Studie liegt vor.
Die Langfassung der Pilotstudie ist 2005 im Juventa Verlag erschienen.

Im Einzelnen :
H A U P T P H A S E
(April 2005 bis März 2007)
Forschungsanliegen
Die Hauptphase der wissenschaftlichen Begleitung startete Anfang April 2005 als Implementierungs- und Praxisentwicklungsstudie der offenen Ganztagsschule im Primarbereich und wurde Ende März 2007 abgeschlossen.
Wesentliche Zielsetzungen in dieser Untersuchungsphase bestanden
- in der Erstellung einer repräsentativen Bestandsaufnahme und differenzierten Analyse der Entwicklungsprozesse und Strukturmerkmale,
- in der Gewinnung systematischen Orientierungs- und Steuerungswissens für die Weiterentwicklung der offenen Ganztagsschule im Primarbereich,
- in der Formulierung unterschiedlicher Zukunftsoptionen zur OGS sowie
- in der Entwicklung von Empfehlungen zur Konzipierung eines Qualitätsprofils der offenen Ganztagsschule.
In der Untersuchung wurden vier übergeordnete Dimensionen näher beleuchtet. Hierzu gehörten struktur-, organisations- und handlungsfeldbezogene Aspekte, personal- und tätigkeitsbezogene Fragestellungen, adressatenorientierte Gesichtspunkte sowie wirkungs- und entwicklungsbezogene Fragestellungen.
In dieses Untersuchungsprogramm wurden erstmalig auch die Kinder als Adressaten in den Blick genommen.
Untersuchungsbausteine
Um die o.a. Zielsetzungen dieser Studie adäquat zu bearbeiten, wurden sechs Untersuchungsbausteine entwickelt:
- Eine Profil- und Strukturanalyse an 379 von 703 OGS (54%) des Schuljahres 2004/2005 ),
- eine Befragung der Lehrkräfte und der nicht-lehrenden pädagogischen Fachkräfte im Ganztag an 164 OGS - Schulen (Rücklauf: 954 Fachkräfte von ca. 1.915 (50 %); 989 Lehrkräfte von ca. 2.280 (43 %),
- eine erweiterte Akzeptanzbefragung der Eltern, in die sowohl OGS Eltern als auch Nicht-OGS Eltern an 62 OGS einbezogen wurden. In die Auswertung kamen 3.679 Elternbögen (1.450 OGS- u. 2.229 Nicht-OGS-Eltern) von ca. 8.850 Bögen. Dies entspricht einer Rücklaufquote von (42%).
- Ein weiterer Baustein der Untersuchung war die quantitative Kinderbefragung mit einem hochstandardisierten Fragebogen für die Kinder der Klassen drei und vier. In die Auswertung kamen 655 Kinderbögen von ca. 1.489
Bögen, dies entspricht einem Rücklauf von 44%.
- Ebenso erfolgte eine qualitative Befragung der Kinder mittels Interview. Befragt wurden 136 Kinder der Klassen 1 bis 4 mit drei unterschiedlichen Interviewformen („Situationsnahes Interview“, Sequenzinterview, „Symbolisches Interview“).
Weitergehende Infomationen zu den Untersuchungsbausteinen finden Sie in der
PowerPoint-Präsentation zur zweiten Phase der wissenschaftlichen Begleitung.
Arbeitsschwerpunkt des SPI : Interviews mit Kindern der Klassen 1 bis 4
Das SPI war mit der Konzeptionierung, Durchführung und Auswertung qualitativer Interviews mit Kindern der Klassen 1 bis 4 in der OGS beauftragt.
Methodologische Ausrichtung
Für die inhaltliche Konzeption der Interviews waren zum einen neuere Ansätze und Methoden der Kindheitsforschung richtungsweisend, wie sie seit den 80er Jahren in diesem Forschungsfeld diskutiert werden und in die Grundschulforschung Eingang gefunden haben (vgl. u.a. Behnke/Zinnecker 2001; Heinzel 2002, 2005; Honig/Lange/Leu 1999; Krüger/Grunert 2002).
Zum anderen waren für die Anlage der Untersuchung die Ergebnisse der vom wissenschaftlichen Forschungsverbund durchgeführten qualitativen Explorationsstudie leitend, die in Richtung einer stärkeren Berücksichtigung der kindlichen Bedürfnisse in Konzept und Alltag der Ganztagsschule wiesen (vgl. Beher u.a. 2005).
Es sind vor allem folgende Veränderungen, die auf der methodologischen Ebene die Anlage der Untersuchung bestimmten:
- Kinder werden nicht mehr als werdende Erwachsene und zukünftige Mitglieder der Gesellschaft betrachtet. Vielmehr gilt eine Sichtweise, bei der die Eigenständigkeit der Kindheit betont und Kindheit als spezifisch definiertes, kulturelles Muster begriffen wird (vgl. Krüger/Grunert 2002).
- Kinder gelten nicht als Objekte, sondern als „produktiv realitätsverarbeitende“ Subjekte (Hurrelmann 1983), die in wahrnehmender und handelnder Auseinandersetzung mit ihrer sozialen Umwelt stehen (vgl. Baacke 1999).
- Es geht darum, explizit nach "der Perspektive der Kinder" zu fragen und dadurch nicht über Kinder zu forschen, sondern mit ihnen. Kinder werden als Informanten über ihre Lebenssituation einbezogen (vgl. Mey 2001).
- Einer stärkeren Berücksichtigung der kindlichen Alltagserfahrungen, Sozialbeziehungen und Lebensbedingungen wird angestrebt. Die erlebte Wirklichkeit der Kinder soll im Vordergrund stehen (vgl. Krüger/Grunert 2002).
Insbesondere dann, wenn Kindheit als soziale Konstruktion begriffen wird, d.h. diese nicht nur durch die Gesellschaft geformt, sondern von den Kindern auch selbst gestaltet wird, muss über Konsequenzen für ein entsprechendes Forschungsparadigma nachgedacht werden (vgl. Behnken/Zinnecker 2001).
Entwicklung der Untersuchungsfelder
Die Sichtung der Literatur zur Qualitätsentwicklung ganztägiger Betreuung im Primarbereich (z.B. QUAST / QUIGS) als auch die Ergebnisse der Pilotstudie erbrachte ein breites Spektrum an Themen und Fragestellungen.
Folgende Themen lagen der Konstruktion der Instrumente zugrunde:
- Der Tagesablauf und das Zeiterleben der Kinder in der OGS im Hinblick auf die Übergänge und Passagen zwischen den einzelnen Angeboten und das Wechselverhältnis zwischen selbstbestimmten Aktivitäten und strukturierten Angeboten,
- die räumlichen Bedingungen in der OGS mit Blick auf das Raumerleben der Schüler(innen) und ihren Zufriedenheitsgrad mit dem Raumangebot,
- die einzelnen Handlungsfelder und Angebotselemente, d.h. die Einschätzungen und Bewertungen der Kinder zu den Bildungs- und Lernangeboten, den Hausaufgaben, der Mittagspause und dem Mittagessen sowie zu den Möglichkeiten selbstbestimmter Aktivitäten,
- die Partizipationserfahrungen und -möglichkeiten der Kinder, einschließlich der Optionen zur eigenverantwortlichen und selbstständigen Gestaltung ihres Alltags in der OGS,
- das soziale Klima in der offenen Ganztagsschule auf der Grundlage der Kinderantworten zur Art und Qualität ihrer Beziehungen zu anderen Kindern und zu den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Ganztag.
Anmerkungen zur Methodologie und zur Methodenintegration
Die Befragung von Grundschulkindern verlangt die Beachtung von Besonderheiten, die sich u.a. aus entwicklungsbezogenen Aspekten ergeben. Zudem bilden Kinder im Grundschulalter keine einheitliche Gruppe, sondern unterscheiden sich je nach Alter und Entwicklungsstand wesentlich.
So sind z.B. die jüngeren Kinder im Ganztag mit dem Thema des Übergangs und der Anpassung an die Lebenswelt Schule beschäftigt (vgl. Nittel 2001, S. 446; Petillon 1993, S. 28.), während für die Älteren diese Leistungen bereits vollbracht sind und sie sich mit Blick auf den Übergang in den Bereich der weiterführenden Schule anderen und neuen Herausforderungen stellen müssen.
Die Zugangsweisen zu den Kindern müssen also ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, Kompetenzen und Sichtweisen und Interessen entsprechen. Für die Gestaltung der Interviews bedeutete dies u.a. die Forderung nach möglichst großer Offenheit und Flexibilität. Eine Anpassung der Methoden an die Schreib- und Lesekompetenzen der Erst- und Zweiklässler machte eine Kombination von qualitativen und quantitativen Elementen erforderlich, wenn auf die Sichtweise der jüngeren Kinder im Ganztag nicht verzichtet werden sollte. Da gerade diese Gruppe mit dem Blick auf ihre Anpassungsleistungen von besonderem Interesse erschien, entfiel die Möglichkeit einer Beschränkung auf quantitative Elemente.
Es wurde angenommen, dass durch die Kombination - im Vergleich zur isolierten Anwendung einzelner Methoden - differenziertere und tiefere Erkenntnisse über die Sichtweisen der Kinder etwa zum Zeitverständnis und zur Raumaneignung erzielt werden können.
Anspruch und Zielsetzungen der Studie
Die Studie will einen Beitrag leisten, die Lebens- und Lernwirklichkeiten der Kinder in der OGS aus der Binnensicht der Kinder zu betrachten (vgl. Heinzel 2005, S. 49).Vor diesem Hintergrund bestand die zentrale Zielsetzung der Kindererhebung im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung der OGS in der Erstellung einer Bestandsaufnahme und Analyse zum subjektiven Wohlbefinden (vgl. Beher u.a 2007, S.191f.) und Alltagserleben der Schüler(innen) im offenen Ganztag.
Unterschiedliche Auswertungsebenen
Folgerichtig entwickelte sich aus diesen Überlegungen die Anforderung, die jüngeren wie älteren Kinder getrennt zu befragen und die Instrumente entsprechend zu differenzieren. Auf der Auswertungsebene wurden darüber hinaus die Einstellungs- und Wahrnehmungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen sowie Kindern mit und ohne Migrationshintergrund berücksichtigt, die als übergreifende inhaltliche Dimensionen in die einzelnen Kapitel eingearbeitet wurden, sofern genderbezogene oder kulturelle Differenzen erkennbar waren.
Inhalte der Interviews
Zu den Themenblöcken, zu denen die Einstellungen und das Erleben der Kinder in der OGS erforscht wurden, zählen im Einzelnen
- der Tagesablauf (Übergänge z.B. vom Unterricht zu anderen Angeboten) und die Zeitstruktur (bei den einzelnen Angebotsbausteinen)
- die Raumnutzung und das Raumerleben
- die Hausaufgabenbetreuung und die Förderangebote
- das Mittagessen (Zufriedenheit mit dem Angebot, der Zeitstruktur, der Atmosphäre, der Raumgestaltung)
- die Freizeitangebote (Zufriedenheit mit dem Angebot, der Zeitstruktur, der Atmosphäre, der Raumgestaltung)
- die Partizipationsmöglichkeiten (einschließlich der Möglichkeiten, den Alltag eigenverantwortlich und selbstständig zu gestalten)
- das soziale Klima (Einschätzung der Kinderfreundschaften, Einschätzung
- der Beziehungen zu Mitarbeiter(inne)n)
- die Verbesserungsmöglichkeiten der OGS aus der Perspektive der Kinder
- sowie die Einstellungs- und Wahrnehmungsunterschiede bei Mädchen und Jungen.
Die Hauptphase der wissenschaftlichen Begleitung wurde im Frühjahr 2007 abgeschlossen.
Veröffentlichungen im Rahmen der Hauptstudie
Beher, Karin; Haenisch, Hans; Hermens, Claudia; Nordt, Gabriele ; Prein, Gerald; Schulz, Uwe
Die offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen im Spiegel der wissenschaftlichen Begleitforschung
in: Appel, Stefan; Ludwig, Harald u.a., Jahrbuch Ganztagsschule 2008 : Leitthema Lernkultur
Wochenschau Verlag, Schwalbach 2008, S. 66-75
Beher, Karin; Haenisch, Hans; Hermens, Claudia; Nordt, Gabriele; Prein, Gerald; Schulz, Uwe Die offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen
in: KiTa aktuell / Ausgabe Nordrhein-Westfalen 12/2007, S. 248-249
Beher, Karin; Haenisch, Hans; Hermens, Claudia; Nordt, Gabriele; Prein, Gerald; Schulz, Uwe Die offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen
in: KiTa aktuell / Ausgabe Nordrhein-Westfalen 1/2008, S. 12-15
Beher, Karin; Haenisch, Hans; Hermens, Claudia; Nordt, Gabriele; Prein, Gerald; Schulz, Uwe
Offene Ganztagsschule im Primarbereich : Das Echo von Fach- und Lehrkräften, Eltern und Kindern
in: Jugendhilfe aktuell, 2007, S. 3-8 (Hrsg.: Landschaftsverband Westfalen-Lippe)
Beher, Karin; Haenisch, Hans; Hermens, Claudia; Nordt, Gabriele; Prein, Gerald; Schulz, Uwe
Die offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen
in: Schulverwaltung 4/2008; S. 103-106

Im Einzelnen :
V E R T I E F U N G S P H A S E
(April 2007 bis Dezember 2009)
Forschungsanliegen
Seit dem Start der OGS im Schuljahr 2003/2004 haben sich in mehrfacher Hinsicht die Rahmenbedingungen für die Schulen gewandelt: So wurden u.a. (a) mit programmatischen Änderungen des Runderlasses zur offenen Ganztagsschule, (b) der Schaffung einer integrierten Schuleingangsphase sowie (c) den neuen Kernlehrplänen Veränderungen in die Wege geleitet, die in Richtung einer qualitativen Aufwertung der pädagogischen Arrangements und einer Intensivierung des Lern- und Förderverständnisses in der OGS weisen. Vor diesem Hintergrund soll in der Vertiefungsstudie untersucht werden, ob durch die veränderten Voraussetzungen Schulentwicklungsprozesse initiiert werden konnten, die zu qualitativen Verbesserungen der OGS geführt haben. Zur Erfassung der möglichen Veränderungen sollen deshalb ausgewählte Fragestellungen aus der Hauptstudie repliziert werden.
Jenseits der Ebene der Schulen haben sich auch für die an der Ausgestaltung der OGS an zentraler Stelle mitverantwortlichen Kommunen einige Rahmenbedingungen verändert sowie Steuerungs- und Kooperationsprozesse im Zusammenspiel der Bereiche Schule und Jugendhilfe herausgebildet.
Über die Teilreplikation zentraler Grundfragen hinaus sollen Frage- und Problemdimensionen differenzierter betrachtet werden, die auf der Basis der Erhebungen der Hauptphase herausgearbeitet werden konnten. Hierzu zählt vor allem die Notwendigkeit einer vertieften empirischen Auseinandersetzung mit dem Themenbereich „Lernen und Fördern“. Dieses Untersuchungsziel korrespondiert zugleich mit den Bestrebungen des Ministeriums, den Förderauftrag der OGS in Richtung eines Lernverständnisses zu intensivieren, das den unterschiedlichen individuellen, familiären und sozialen Voraussetzungen der Schülerinnen und Schüler Rechnung trägt. Wesentlich unterstützt werden kann ein solcher Förderauftrag durch die Entwicklung einer integrierten kommunalen Bildungsplanung.
Deshalb wird im Untersuchungskonzept zwischen einem quantitativen Untersuchungsteil, den so genannten „Surveys“, und den qualitativen Zugängen unterschieden, die sich wechselseitig komplettieren und ergänzen sollen.
Untersuchungsbausteine
Die Erhebungen gliedern sich in folgende Schwerpunkte:
A) Surveys
Die schulbezogenen Surveys schließen an die Befragungen der Hauptstudie an, in dem sie wesentliche Grundfragen der Ersterhebungen in verkürzter Form aufgreifen. Sie reichen jedoch durch den neuen Fokus „Lernen und Fördern“ zugleich weit über diese hinaus und stellen insofern eine grundlegende Erweiterung des Untersuchungsansatzes dar.
In Anlehnung an die Hauptstudie sollen
- die Perspektiven der Schulleiter(innen),
- der Lehr- und außerunterrichtlichen Fachkräfte
- sowie der Eltern einbezogen werden.
B) Qualitative Zugänge
Im Vergleich zu den Surveys richten sich die schulbezogenen qualitativen Zugänge primär auf die Fragestellungen „Lernen und Fördern“.
Es werden unterschiedliche qualitative Zugänge wie Interviews (Gruppeninterviews, Experteninterviews, Sequenzinterviews und Situationsnahe Interviews) mit den Akteursgruppen Schulleitung, Lehr- und außerunterrichtliche Fachkräfte, Eltern und Kinder, Beobachtungen sowie nicht-interaktive Verfahren wie die Dokumentenanalyse genutzt.
Im Schwerpunkt „Eltern“ sind darüber hinaus Expert(inn)eninterviews zum Thema „Familien mit erhöhtem Förderungs- und Unterstützungsbedarf“ geplant.
Der Schwerpunkt „Strukturen“ weist darüber hinaus die Besonderheit auf, dass die Struktur- und Profilerhebung modifiziert und ein System empirischer Dauerbeobachtung entwickelt wird.
Im Schwerpunkt „Träger" sollen u.a. in Form einer standardisierten Befragung das Feld der Trägerstrukturen und durch explorative Fallstudien in fünf Kommunen ihre Kooperationsbeziehungen sowie ihre kommunale Einbindung an der kommunalen Bildungsplanung erschlossen werden.
Im Schwerpunkt „Kinder - Fallstudien an Schulen“ stehen unterschiedliche Lernsituationen im Fokus der Analyse. Die Sichtweisen der Kinder auf ihre Lernprozesse werden vertiefend durch Interviews ausgewertet.
Darüber hinaus werden Lernsituationen des offenen Ganztags videografiert und den Pädagog(inn)en dargeboten. Sie werden dann zu den Videosequenzen interviewt und gebeten, diese Lernsettings aus ihrer Sichtweise zu beschreiben und einzuschätzen.
Weitere Informationen finden Sie im Konzept zur Vertiefungsstudie.
Arbeitsschwerpunkte des SPI
Forschungsanliegen der Kinderstudie
In der Kinderstudie der Hauptphase ging es darum, erste Erkenntnisse über Alltagspraktiken, Deutungsmuster und Handlungsperspektiven der Kinder in den Handlungsfeldern der OGS (Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, Angebote, selbstgestaltete Aktivitäten) zu gewinnen. In der Vertiefungsstudie soll nun gezielter nach den Vorgängen des Lernens und Förderns in diesen Feldern gefragt werden.
Bei der Gestaltung eines Bausteins, der die Ansprüche und Umsetzungen von Lern- und Förderprozessen in der OGS untersuchen will, spielt die Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven eine entscheidende Rolle:
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass im Lern- und Erfahrungsraum des offenen Ganztags starke gegenseitige Bezüge bestehen, in denen die Deutungen, Erfahrungen und Rituale der einzelnen Kinder, der Kinder in Gruppen, der pädagogischen Kräfte des Ganztags von großer Bedeutung sind.
Betrachtet man die Erkenntnisse der neueren Lernforschung (vgl. Edelmann 2000; Singer 2002; Spitzer 2002), so vollzieht sich Lernen als aktiver Austausch mit der Umwelt, in dem jeweils Prozesse der Aneignung und Veränderung ablaufen.
Der Lernkontext, in dem diese Prozesse stattfinden, also auch die Frage wie formalisiert der didaktische Vermittlungsprozess ist, zunächst unerheblich, denn der physiologische Prozess des Lernens verläuft immer gleich und kann nicht gestoppt werden.
Es gibt entsprechend keine lineare Beziehung zwischen der Gestaltung des Lernkontextes (formalisiert oder weniger formalisiert) und dem Lernprozess. Insofern können auch Lernsituationen, die von Pädagog(inn)en weniger didaktisch arrangiert werden oder von den Kindern selbst gestaltet werden, in gleichem Ausmaß Lernprozesse anregen. Der individuelle Aneignungsprozess des Lernens muss den – aus der Sicht der Pädagog(inn)en – erwünschten Ergebnissen nicht entsprechen, sondern kann andere Resultate hervorbringen.
Eine wichtige Aufgabe ist es deshalb, herauszufinden, an welchen Orten, in welchen Situationen und Kontexten sowie bei welchen Gelegenheiten die Prozesse des Lernens und Förderns im offenen Ganztag stattfinden und wie sie von allen Beteiligten gedeutet und behandelt werden. Die Rekonstruktion und damit das Sichtbarmachen dieser Gestaltungen sind von großer Bedeutung für die Ausbildung von Lern- und Lehrkompetenzen. Auskunft darüber können die am Prozess beteiligten Akteure (Kinder, pädagogische Kräfte) geben, wobei den Kindern als Subjekten des Prozesses eine besondere Rolle zukommt, da sie immer auch Mitgestalter ihrer Lernumwelt sind.
Ziele und Inhalte der Kinderbefragungen
Individuelle Lernprozesse (Lernbiographien, Lerngeschichten) und deren Ertrag stehen im Fokus der Betrachtung. Dazu werden informelle und formelle Lernprozesse in ihrer Dependenz und Komplementarität erfasst und beschrieben. Dabei wird unterstellt, dass pädagogische Arrangements ertragreich sind, wenn vielfältige Zugänge zu den Interessen und Bedürfnissen der Kinder hergestellt und das Vorwissen (die Präkonzepte) einbezogen werden. Zudem müssen die Kinder als Konstrukteure ihres Lernens aktiv in die Planung, Gestaltung, Reflexion und Evaluation der eigenen Lernprozesse einbezogen werden. Dies bedeutet, dass dem Thema ‚Gestaltungsmöglichkeiten der Kinder’ in den unterschiedlichen Handlungs-feldern und Situationen eine große Bedeutung zukommt.
Folgende Fragestellungen sind hier u.a. von Bedeutung:
- Wie wird die Lern-Kultur des offenen Ganztags gestaltet?
- Welche Deutungen und Ansprüche formulieren die Fach- und Lehrkräfte für die außerunterrichtlichen Handlungsfelder (wie Sport, Musik, Tanz, etc.)?
- Welche Einschätzungen haben die Pädagogen aus der Hausaufgabenbetreuung und den Angeboten des Nachmittags zu den Interessen und Bedürfnissen der Kinder?
- Welche Einschätzungen, Deutungen und Erfahrungen haben die Kinder bezogen auf ihre individuellen Lernprozesse?
- Was wählen sie aus den fakultativen Angeboten aus und welche Erfahrungen machen sie?
- Wie gestalten sie ihr Lernen bei den Hausaufgaben einem Bereich der deutlich stärker formal gestaltet ist?
Untersuchungssample
Aus den Schulen der Fach- und Lehrkräftebefragung sowie der quantitativen Kinderstudie der Hauptstudie wurden u.a. solche Schulen selektiert, die die höchsten Werte aufweisen bzw. die sich als sehr engagiert in der Weiterentwicklung ihres Ganztagskonzepts zeigten. Aus diesen Schulen wurden sechs Schulen für die qualitative Erhebung selektiert:
- Schulen mit der Organisationsform - Ganztagsklasse/Zug (3 Schulen)
- Schulen mit der Organisationsform - Ganztagsgruppe (3 Schulen)
Als These steht hinter dieser Auswahl die Annahme, dass die unterschiedlichen Organisationsformen Einfluss auf die jeweiligen Schulkulturen/Lernkulturen an den Schulen haben. Es soll gefragt werden, inwieweit sich in den Ergebnissen Unterschiede in den Schulkulturen zeigen und worin Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Prozesse des Lernens und Lehrens bestehen.
Insgesamt werden sechs Kinder aus der ersten, zweiten und dritten Klasse pro Schule ausgewählt. Auf eine entsprechende Verteilung nach Alter, Geschlecht und Herkunft wird bei der Auswahl geachtet.
Folgende Erhebungsinstrumente werden eingesetzt:
A) Ebene der jeweiligen Schule (Oktober bis Dezember 2007)
Strukturerhebung an den sechs Schulen. Zu Beginn der Erhebungsphase wurden grundlegende Daten und Informationen der beteiligten Schule in Anlehnung an die Struktur- und Profilerhebung (Hauptstudie) eingeholt, z.B. das Schulkonzept, den Wochenplan sowie das Tableau der Angebote mit der räumlichen und zeitlichen Verortung.
Mit den Schulleitungen und mit der Leitung bzw. der Koordination des offenen Ganztags wurden mit Hilfe eines Leitfadens Interviews geführt, in dem das Thema Lernkultur im offenen Ganztag einen besonderen Stellenwert einnahm.
In den sechs Schulen wurden ebenfalls (teilnehmende) Beobachtungen durchgeführt, um einen ersten Eindruck von der „Lernkultur“ in den einzelnen Schulen zu erhalten, die handelnden Personen kennen zu lernen und die Erfahrungs- und Lernsituationen räumlich wie zeitlich zuzuordnen.
Im Fokus standen solche Situationen, die im weiteren Verlauf mittels Videografie und/oder situationsnahem Interview untersucht werden. Hierzu ist es notwendig, entsprechende Beobachtungsleitfäden zu entwickeln, die u.a. auch als Grundlage für die Entwicklung des Videokonzepts und für die Erarbeitung der Leitfäden für die situationsnahen Interviews dienen. Es sind dies die Situationen der Hausaufgabenbegleitung oder sonstiger Formen der Lernbegleitung.
B) Ebene der Pädagog(inn)en (ab Januar 2008)
Pädagog(inn)en, die im offenen Ganztag tätig sind, stellen nicht nur bezogen auf Ausbildung, Vergütung und Status, sondern auch mit Blick auf die unterschiedlichen Funktions- und Aufgabenbereiche sowie Anwesenheitszeiten eine sehr heterogene Gruppe dar. Es interessiert, wie die einzelnen den offenen Ganztags als Bildungsort definieren und gestalten und welche Ziele und Erwartungen im Vordergrund stehen. In diesem Gruppengespräch werden die Haltungen und Einstellungen der Pädagog(inn)en zu den Bildungsprozessen des offenen Ganztags zu ermitteln sein. An den Gesprächen sollen vier, höchstens fünf Pädagog(inn)en des Ganztags aus jeweils einer Schule teilnehmen.
Zu einem späteren Zeitpunkt werden die Pädagog(inn)en zu ausgewählten Videosequenzen aus dem Bereich der Hausaufgabenbegleitung über ihre Haltungen und Einschätzungen zum Lernen der Kinder in diesen Situationen befragt und ihre Zufriedenheit bzw. Unzufriedenheit mit diesen Situationen (Lernräume, Lernmöglichkeiten, u.ä.) ermittelt.
C) Ebene der Kinder (ab April 2008)
Auf der Ebene der Kinder geht es darum, den Lern- und Erfahrungsraum des offenen Ganztags aus deren Perspektive zu ermitteln. Grundlegende Kategorien, mit denen das Lerngeschehen erfasst werden kann, sind Wohlbefinden, Interesse und Motivation.
Die im Folgenden aufgeführten Instrumente werden bei allen ausgewählten Kindern eingesetzt.
Zunächst werden Sequenzinterviews mit 36 Kindern durchgeführt. Die Sequenzinterviews mit jedem der ausgewählten Kinder werden als Einzelinterview geführt. Insgesamt werden 36 Kinder (sechs Kinder pro Schule) an diesen Sequenzinterviews teilnehmen. Zielsetzung für die Sequenzinterviews ist die Darstellung des Tages sowie der Woche in der OGS aus der Sicht der Kinder mit dem Schwerpunkt auf den außerunterrichtlichen Aktivitäten und den Lernerfahrungen dieser Aktivitäten.
Im Anschluss an das Sequenzinterview erfolgt die Durchführung des Familien- und Kindergarten-Interaktionstests (FIT-KIT). Um die Prozesse des Lernens und Förderns zusätzlich unter dem Blickwinkel der Beziehungsqualität zwischen Kind und Pädagog(in)e zu betrachten, bietet dieser standardisierte Test weitere Möglichkeiten, Informationen über das ‚soziale Wohlfühlklima’ sowie die Umgangsformen zwischen Kind und Pädagog(in)e zu erkunden. Der Einfluss von Erziehungsverhalten auf die kindliche Entwicklung und das Verhalten der Kinder sowie die kindlichen Gestaltungsprozesse sind abhängig von der Einschätzung der Betreuungsqualität durch Kinder. Betreuungsqualität kann wiederum unterschiedlich von Eltern, pädagogischen Fachkräften und Kindern eingeschätzt werden.
Im weiteren Verlauf der Erhebung erfolgen die Videoaufnahmen [s. Ebene Pädago(inn)en] und im Anschluss daran wird das situationsnahe Interview mit jeweils einem Kind geführt (pro Schule vier Kinder, insgesamt 24 Kinder).
Das „situationsnahe Interview“ zeichnet sich dadurch aus, dass die Kinder zu Geschehnissen, Situationen und Handlungen befragt werden, die unmittelbar vergangen oder noch im Vollzug beobachtet werden. Die besonderen Möglichkeiten dieser Interviewform ergeben sich daraus, dass die Interviewsituation nicht durch andere Ereignisse überdeckt wird. Die Kinder werden zu dem Bereich der Hausaufgaben bzw. zu sonstigen Lernzeiten im offenen Ganztag gefragt.
In der folgenden Übersicht werden die verschiedenen Erhebungsinstrumente im Forschungsverlauf dargestellt.
Vertiefungsphase und Projekt endeten mit dem Jahr 2009.
Als abschließende Veröffentlichung erschien:
Die wissenschaftliche Begleitung der offenen Ganztagsschule im Primarbereich in Nordrhein-Westfalen zielt darauf ab, ein Gesamtbild zur Lage der OGS zu gewinnen und wesentliche Gelingensbedingungen und Qualitätsentwicklungsprozesse zu erfassen.
Die vorliegende Vertiefungsstudie umfasst neben Analysen von Frage- und Problemdimensionen, die aus den Erhebungen der Hauptphase resultieren, auch eine differenzierte Untersuchung der Lern- und Förderdimension des offenen Ganztags. Dieser Bereich des „Lernens und Förderns" wird aus Sicht der verschiedenen Akteure betrachtet. Sowohl die Perspektiven der Leitungskräfte, der Lehr- und außerunterrichtlichen Fachkräfte als auch die Sichtweisen der Eltern und Kinder werden durch eine Kombination von qualitativen und quantitativen Zugängen in der Studie berücksichtigt.
Dabei wurde herausgearbeitet, welche Ziele, Strukturen und Entwicklungslinien sich in der Bildungsförderung im Ganztag nachzeichnen lassen und welche Rolle hierbei die Entwicklung von Kooperationsbeziehungen aus Sicht der Leitungskräfte spielt, wie neue Förderräume und Lernumgebungen im Kontext der Ganztagsschule entstehen und welche Lern- und Förderkulturen sich ausbilden. Neben der Perspektive der pädagogischen Kräfte wird insbesondere auch dargestellt, wie Kinder die Bildungsmöglichkeiten in den Angeboten und die Praxis der Lernzeiten/Hausaufgaben erleben.
Insgesamt bieten die Ergebnisse wichtige Anknüpfungspunkte für fachpolitische und wissenschaftliche Diskurse wie auch Hinweise für die qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsschulen und die Fortbildung ihrer Akteure.
Mit Beiträgen von Karin Beher, Nicole Börner, Wiebken Düx, Hans Haenisch, Claudia Hermens, Gabriele Nordt, Sabine Schröer, Johannes Wiesweg und Ivo Züchner.
 
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